Hans Rheinfelder Pfarrer i. R.

 

Wir richten unsere Augen 
auf das Kreuz Christi
und in tastendem Glauben sprechen wir aus:
Dies ist das Ende nicht,
und unser Gott ist ein Gott des Lebens.

 
(Huub Oosterhuis)

 
 *  31.07.1935    + 09.11.2019
 
 
 
 
Mit Trauer hat der Kirchenchor vom Tod seines ehemaligen Präses Pfarrer Hans Rheinfelder erfahren. Er verstarb Anfang November im Alter von 84 Jahren.Über 15 Jahre hat uns Pfarrer Rheinfelder als Präses begleitet und gefördert. Seine Amtszeit als Seelsorger in Alt- und Neulußheim (1973-1991) fiel mit dem Gründungsjahr 1974 des Chores zusammen. Sehr dankbar erinnern wir uns an viele besondere und feierliche Gottesdienste. Beispielsweise das Weihejubiläum der Neulußheimer Kirche (1982), das 60jährige Chorjubiläum (1987), die Orgelweihe in Neulußheim und an Familiengottesdienste, in den der Chor die damals noch neuen Lieder von Ludger Edelkötter sang. Die Kirchenrenovierung mit Umgestaltung des Altarraumes, die den Altar näher an die Gemeinde heranrückte war Pfarrer Rheinfelder eine Herzensangelegenheit. Einige Chormitglieder haben damals tatkräftig mit angepackt. Nicht zu vergessen die jährlichen Bazare, zu denen sich die Pfarrgemeinde zusammenfand. Wenn Pfarrer Rheinfelder zum Ausklang mit seinem trockenen Humor die Tombola moderierte, war das der fröhliche Abschluss von arbeitsreichen Tagen.Viele Chormitglieder verbinden sehr persönliche Ereignisse mit Pfarrer Rheinfelder: Hochzeiten, Taufe und Erstkommunion der Kinder, Firmung und Glaubensgespräche.Wir werden ihn und sein Wirken für den Chor in ehrenvoller Erinnerung behalten.                                                                                                                                                                    Anette Philipp
 
 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
 
Konradsblatt 1 2020  -  Nachruf von Dekan Hubert Streckert
 

Ermutigung zum eigenverantwortlichen Christsein

Am 9. November 2019 ist in Waldbronn-Reichenbach Pfarrer i. R. Hans Rheinfelder verstorben.
  Hans Rheinfelder wurde am 31. Juli 1935 in Heidelberg geboren und wuchs auch dort auf. Nach dem Abitur 1954 studierte er Theologie in Freiburg und München. Am 31. Mai 1959 wurde er von Erzbischof Hermann Schäufele in Freiburg zum Priester geweiht. Seine Kaplansjahre führten ihn nach Lauda-Königshofen in die Pfarrei St. Mauritius, danach nach Karlsruhe-Durlach St. Peter und Paul und schließlich nach Mannheim in die Gemeinde Herz Jesu.
  Im Januar 1967 wurde Hans Rheinfelder Pfarrer in der Pfarrkuratie St. Benedikt in Eisenach und in der Pfarrei St. Johann in Vöhrenbach-Hammereisenbach. Mit großer Begeisterung trug er den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils in diese Gemeinden.
  Im Dezember 1973 übernahm er die Pfarrei St. Nikolaus in Neulußheim mit der Filiale Altlußheim, wo er 18 Jahre segensreich wirkte. Im Sommer 1991 kam Hans Rheinfelder als Pfarrer nach Ettlingen, Liebfrauenkirche, wo er bis zum Beginn seines Ruhestands im August 2000 blieb. Als Pensionär ging er zunächst wieder nach Heidelberg und zog 2004 nach Waldbronn.
  Pfarrer Hans Rheinfelder war es stets ein großes pastorales Anliegen, dass die Menschen Gott in ihren Lebensalltag einbeziehen und sich von ihm wandeln lassen. So sollten sie die Erfahrung machen können, dass die Botschaft Jesu in ihnen und durch sie wahrhaft "Hand in Fuß" bekommt.
  Gleich nach dem Konzil sorgte er für die liturgische Umgestaltung der Kirchen, in denen er als Priester wirkte. In seiner Verkündigung und Pastoral stellte er stets das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen in den Mittelpunkt. Er ermutigte die Menschen zu einem eigenverantwortlichen Christsein im Geiste des Konzils. In seiner Zeit als Pensionär feierte er häufig die Eucharistie mit der Gemeinschaft "Wir sind die Kirche" in Karlsruhe.
  Viele Freundinnen, Freunde und Weggefährten kamen zu der Eucharistiefeier bei seiner Verabschiedung nach Waldbronn-Reichenbach, die ganz durchdrungen war vom österlichen Auferstehungsglauben. Die Worte von Huub Osterhuis standen dabei im Mittelpunkt: "Wir richten unsere Augen auf das Kreuz Jesu Christi und in tastendem Glauben sprechen wir aus: Dies ist das Ende nicht und unser Gott ist ein Gott des Lebens."
  Wir danken Hans Rheinfelder für sein glaubwürdiges und authentisches Glaubenszeugnis und bitten Gott, dass er ihn schauen lässt, woran er geglaubt und worauf er gehofft hat.
                                                                                                                                                                                                                                                            Dekan Hubert Streckert